Nichtmenschliche Völker

Orks und Goblins 

Im Nordwesten Thrimors gibt es weite, unerforschte Steppen und Gebirgshänge, in die kein Mensch je vorgedrungen ist (zumindest keiner, der auch zurückgekommen wäre). Auch wenn das Brachland offiziell als Provinz Falcland Teil von Niel’janira ist, hat dort kein Mensch irgendeine Art von Einfluss. Auch über die dort lebenden Orks und Goblins weiß man nicht mehr, als dass sie manchmal das düstere Land verlassen, um die umliegenden Gebiete zu plündern und zu brandschatzen.

 

Zwerge und Gnome

Anders als die Steppenbewohner im Nordwesten und die Elfen im Farunwald, haben die Zwerge und Gnome kein eigenes Reich – und hatten auch nie eines. Sie kamen schon damals mit den Raudmannen nach Thrimor und haben sich auch seitdem in die Kultur integriert.

Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass sie in der Kultur aufgegangen sind. Bedingt durch ihre unterschiedliche Größe und Lebensweise haben sie sich überall, wo es Zwerge gibt (vorrangig natürlich in Trantharing) in eigenen Vierteln niedergelassen. Dort sind die Tische kleiner, die Biere stärker, die Weiber draller und die Schlägereien etwas zünftiger als bei den Langbeinen nebenan. Zwerge und die noch etwas kleineren, schlankeren und technisch begabteren Gnome verbringen viel Zeit unter der Erde. Felsen und enge Stollen sind ihnen angenehmer als weite, unübersichtliche Flächen, pralle Sonne oder unberechenbare Tiere und Pflanzen. Im Wesentlichen haben sie sich aber dem Leben mit den Menschen angepasst – abgesehen nur von einigen Gruppierungen, die sich von den Menschen lossagen und in Unabhängigkeit leben wollen (siehe politische Brandherde).

 

Elfen

Der Farunwald ist das Reich der stolzen Elfen. Keiner kann etwas Genaueres über sie sagen, aber die, die ihnen begegnet sind, beschreiben sie als ein besonderes Volk, spirituell und voller Schöngeist, allerdings nicht auf eine künstliche und rohe Art und Weise wie die Menschen, sondern eng mit dem Wald und der Natur verbunden, in manchen Dingen den Tieren näher als den Menschen, in anderen ungleich zivilisierter als jene. So tragen sie, um nur ein Beispiel zu nennen, häufig Kleidung, entweder um der Kälte zu trotzen oder einfach, weil das Weben kunstvoller Stoffe ein spielerischer und künstlicher Zugang zum eigenen Körper ist, aber sie kennen kein Schamgefühl und nutzen Kleider nicht, um Macht oder Ansehen auszudrücken. Die Elfen glauben, dass alles beseelt ist, dass im Grunde dieselbe Kraft in allem steckt. Alles, was es gibt, ist nur ein Spiegelbild ein und derselben Sache. Dieses Verständnis liegt wohl auch den telepathischen Fähigkeiten der Elfen zugrunde. Für sie besteht kaum ein Unterschied zwischen Telepathie und in sich selbst hineinzuhorchen. Aus diesem Grund töten Elfen auch nur in Ausnahmefällen. Wenn sie angegriffen werden, ziehen sie sich einfach zurück. Der Farunwald hat ein Eigenleben, der zerstörerische Fremdlinge auf seine Weise abwehrt. Elfen jagen auch nicht – der Gedanke, ein Wesen zu töten, um sein Fleisch zu essen, erscheint ihnen nicht nur roh, es ist für sie, als würde man sich selbst verletzen, da auch die Tiere nur ein anderes Abbild derselben Sache wie sie sind (das wiederum wirft interessante Fragen zur elfischen Sexualität auf, die bisher als unbeantwortet gelten müssen).

Mit den Menschen verkehren sie friedvoll. Sie schätzen und respektieren sie, sind aber häufig scheu, verunsichert von der Rohheit der Menschen. Man sagt, vor etwa zweihundert Jahren wollte der damalige Graf von Thrimor den Farunwald als beherrschte Länderei organisieren und seine Einwohner erfassen lassen, damit sie künftig Steuern zahlen könnten. Hunderte Gardisten sind damals mit Fackeln und Schwertern in den Farun gezogen, nicht einer davon zurückgekommen. Seitdem hält man von dem Projekt etwas Abstand.

Vom Farunwald abgesehen gibt es auch andernorts Elfen in Thrimor, vor allem in Trevi. Diese sind aber kulturell in der sie umgebenden Thrimorer Gesellschaft vollends aufgegangen.