Recht und Gesetz

Zuständigkeit

 

In Thrimors Rechtsprechung wird zwischen vier Stufen von Vergehen unterschieden. Je nach Schwere des Vergehens ist ein anderer Prozess nötig, um die Schuldsprechung zu vollziehen.

Bagatellen sind Kleinigkeiten wie lautes Gröhlen oder eine ungebührliche Ohrfeige. Um sie beizulegen, ist kein offizielles Amt nötig oder zuständig: Jeder Thrimorer Gardist hat das Recht, die Missetäter in angemessenem Rahmen zur Rechenschaft zu ziehen.

Leichte Vergehen wie ein geklautes Huhn oder eine gebrochene Nase bedürfen keines Richters, aber doch eines Schlichters. Als Schlichter können weltliche (z.B. der Landbesitzer), geistliche (jeder vollwertige Cantharische Magier) oder spirituelle (Priester des Textorianerordens) Autoritäten auftreten. Sollten mehrere Schlichter anwesend sein, hat der Höherrangige das Sagen - was nicht immer klar definiert ist.

Schwere Vergehen wie Mord oder Vergewaltigung bedürfen zweier Richter: eines weltlichen und eines geistlichen. Der weltliche Richter ist entweder der Ratsherr der Länderei selbst oder ein von ihm dazu Berufener. Als geistlicher Richter tritt ein Canthari, der den Richter-Rang innehat, auf. Die beiden müssen sich auf eine Strafe einigen.

Schwere Vergehen von Adeligen und Fälle von Hochverrat (egal von wem begangen) werden vor ein Tribunal aus drei Richtern gestellt: Weltlicher Vertreter des Tribunals ist niemand geringerer als Graf Folken Tirell Thrimos höchstselbst (oder, in der Praxis, ein von ihm bestimmter Vertreter). Geistlicher Vertreter ist ein Canthari vom Inneren Orden. Spiritueller Vertreter ist ein Hohepriester der Textorianer. Dieses Tribunal beschließt gemeinsam das Strafmaß. Im besten Fall wird Einigung erzielt, es reicht aber, wenn zwei der drei Männer oder Frauen sich einigen.

 

Dummerweise ist nicht ordentlich geregelt, was genau ein leichtes oder schweres Verbrechen ist und wer bestimmt, welcher Vertreter gerufen wird. Oft ist es Zufall, häufig spielt aber schon an der Stelle Einfluss eine große Rolle. So wird beispielsweise niemand einem Ratsherren widersprechen, wenn er Diebstahl an ihm als schweres Vergehen bezeichnet, sich damit selbst als zuständigen Richter bestimmt und dann nach einem Canthari schicken lässt, der ihm loyal untergeben ist.

 

Ablauf einer Verhandlung

Auch der Ablauf hängt von der Härte des Vergehens ab. Die Thrimorer Garde hat das Recht, Bagatellen an Ort und Stelle zu ahnden. Das ist, anders als andere Begriffe im Justizsystem, recht genau festgelegt: eine Bagatelle ist jedes Verbrechen, von dem kein bleibender Schaden entsteht (Belästigung, Beleidigung, Ignorieren der Sperrstunde, etc.). Die Ahndung darf entsprechend auch keine bleibenden Schäden hinterlassen (üblicherweise ein Tag im Kerker, aber auch Hilfsdienste sind möglich).

Leichte Vergehen kann der Schlichter ohne großes Aufhebens an Ort und Stelle klären. Als „Verhandlung“ genügt es, wenn beispielsweise der Lehnsherr eines Besitzers eines Hofs, an dem gestohlen wurde, eine Geld- oder Prangerstrafe verhängt.

Für schwere Vergehen gibt es in der Regel tatsächlich Verhandlungen. Die größten Orte haben dafür eigene Gerichtshöfe, in kleineren Orten wird das Gericht am Marktplatz abgehalten. Alle Beteiligten werden einmal angehört, danach entscheidet das Richterpaar. Ähnlich, aber größer, ist das Verfahren für Hochverrat. In unklaren Fällen entscheidet oft ein Gottesurteil. Beliebt sind dafür Ehrenduelle, aber auch Prüfungen. In der Länderei Farun kommt es etwa häufig vor, dass man die Beschuldigten mit einem Stein am Bein in den See wirft, oder nackt im Wald aussetzt. Kommen sie sicher zurück, gelten sie als von der Schuld befreit. Wenn nicht, so haben die Götter ihr Gericht gesprochen.

 

Übliches Strafmaß

Es folgen einige Beispiele von üblichen Strafsätzen – selbstverständlich hängt die genaue Ausgestaltung sehr stark davon ab, wer gegenüber wem welches Verbrechen begeht, wer der Richter ist und dergleichen mehr.

 

Vergehen

Schwere (üblicherweise)

Strafe

Diebstahl/Raub

leicht

eine kräftige Geldbuße und Rückerstattung des Schaden oder Abhacken von Finger oder Hand

Beleidigung von Adeligen

leicht

Geldbuße oder Auspeitschen und/oder Pranger – Adelige halten sich für diesen Zweck gerne Kobolde, die dann mit ihnen spielen dürfen.

Vergewaltigung

schwer

eine saftige Geldbuße sowohl an das Gericht als auch die Geschädigte oder Entmannung

Mord

schwer

eine kräftige Geldbuße sowohl an das Gericht als auch die Familie des Getöteten oder Tod

Hochverrat

Hochverrat

Tod

 

 

Wichtige Rechte jedes Bürgers

Grundsätzlich darf jeder Bürger (das schließt Nichtmenschen nicht zwangsläufig ein – gerade gegen Gnome wird in letzter Zeit schärfer vorgegangen) zur Selbstverteidigung eine Waffe führen. Auch die Jagd ist in Thrimor für jeden erlaubt. Es steht jedem Menschen frei, Grundbesitz zu erwerben, allerdings ist Thrimor im Wesentlichen schon unter den Adeligen aufgeteilt, was es niedereren Gesellschaftsschichten schwer macht, aufzusteigen. Es gibt vereinzelt auch Freibauern, sie stellen aber die Ausnahme dar.