Religiöse Praxis

Der Glauben an die Elemente

 

Ursprünge

 

Der Glaube an die vier Elementarherren ist schon über achthundert Jahre alt. Damals haben vier Propheten namens Creyon, Narn, Thyssa und Rina die Schöpfung durch die vier Elementargötter Eras, Reya, Incendius und Lyva gepriesen. Der Glaube an die Elemente – den Initialien, C, N, Th und R nach Canthari genannt – verdrängte den Glauben an die Uralten Götter so gründlich, dass es heute nur mehr wenige versprengte Druiden und Waldläufer gibt, die ihre vormaligen Götter noch nicht abgelegt haben.

Die Cantharischen Thaumaturgen waren – nicht unähnlich den Druiden – Mystiker und sahen sich als Vermittler zwischen den Welten. Gleichzeitig forschten sie auch wissbegierig nach den Geheimnissen der Magie, die die Elementargötter ihnen zur Waffe gaben, um sie besser verstehen und nutzen zu können. Bis nach etwa zwei Jahrhunderten Malleus der Weber kam und alles veränderte.

Malleus, ein Weber ärmlicher Herkunft, ist der fünfte Prophet und der Gründer der Religion, wie sie heute gelebt wird. Er kritisierte scharf, dass die meisten der Cantharischen Thaumaturgen sich hauptsächlich einem Gott verschrieben. Seine Lehre besagt, dass nicht jeder Gott für sich, sondern das Zusammenwirken und die Harmonie aus den Kräften der Elemente das Leben erst ausmache. Wie aus einzelnen Fäden nur ein Tuch entstehen kann, wenn sie miteinander verwoben werden, ist auch eine Welt, in der die Elemente nicht miteinander verwoben sind, eine tote Wüste. Sein Magnum Opus, Der fünfte Weg, ist die Bibel der heute wirkenden Priester. In ihm ist festgelegt, dass kein Geweihter sich einem einzelnen Gott verschreiben darf (auch wenn er natürlich eine besondere Hingabe zu einem Gott entwickeln kann), sondern stets nach der Vereinigung der Prinzipien der vier Elemente streben soll.

Nicht alle folgten Malleus‘ Weg. Vielen, die einen eher spirituell-mystischen Zugang zu den Göttern haben und sich als Vermittler zwischen den Menschen und den Göttern, die als Kräfte der Natur begriffen werden, gesehen haben, sprach Malleus der Weber aus der Seele. Nach seinem Tod gründete seine Schülerin Rilia den Textorianer-Orden (von Textor, „Weber“ in der Gelehrtensprache). Diejenigen aber, die einen eher pragmatischen, wissenschaftlichen oder schlichtweg machtbewussten Zugang zu den Kräften der Elemente hatten oder aber sich einem der Götter so eng verbunden fühlten, dass sie die anderen nicht auf dieselbe Stufe heben konnten, haben sich der Bewegung nicht angeschlossen. Ihre Nachfolger nennt man heute noch immer Canthari oder Cantharische Magier. Die Textorianer und die Canthari trennt so viel, wie sie verbindet: Sie glauben an dieselben Götter und feiern dieselben Feste, aber während die Canthari die Textorianer als verweichlicht ansehen und nicht verhehlen, dass sie zu ihrem gewählten Gott eine tiefere und machtvollere Verbindung spüren als es die Pfaffen je werden, sehen die Textorianer die Canthari oft als zurückgebliebene, machthungrige Hexer, die das wahre Wesen der Quelle ihrer Macht schändlich verkennen. Als verschiedene Religionen kann man die beiden Zugänge aber nicht sehen.

 

Zugang zum Glauben

 

Während für die Canthari Glaube und die Bindung an ihren Gott etwas Persönliches ist, begreifen sich die Textorianer als Mittler zwischen den Menschen und den Göttern der Natur. Religion wird nicht als etwas Abgehobenes gesehen, das in einem Tempel oder Gotteshaus stattfindet – von wenigen Klöstern abgesehen gibt es nicht einmal Kultstätten – sondern als etwas Alltägliches. Man wandelt täglich auf Reyas Leib und atmet Eras‘ Odem: Die Götter sind keine abstrakten Entitäten, sondern die Umwelt selbst. Ein wichtiger Anspruch Malleus‘ des Webers ist auch, dass Priester nicht über den Menschen stehen. Sie sind ihre Lehrer (darum ist auch die Anrede für einen Novizen Eleve und für einen Priester Mentor), aber nicht ihre Herrscher. Als Zeichen dessen trägt ein Priester eine Corona, einen Stirnreif mit vier gleichmäßig verteilten Zacken, einer Krone nicht unähnlich, aber aus einfachen Materialien wie Schwemmholz oder Knochen. Priester dürfen nie ein politisches Amt bekleiden, noch sich mit Schmuck oder Zierat bedecken. Auch sollen sie stets darauf achten, keine Eigenschaft im Übermaß zu zeigen: Ein Priester soll weder feige noch furchtlos sein, weder schwendsüchtig noch geizig, der Liebe nicht gänzlich entsagen, es aber auch nicht wild treiben, Festen beiwohnen, sich aber nicht besinnungslos saufen, etc.

 

Religion im Alltag

 

Ein gläubiger Thrimorer ist angehalten, viermal am Tag zu beten:

-        Das Morgengebet, optimalerweise vor dem Frühstück, wendet sich an Lyva. Während man sich wäscht, bittet man Lyva um Energie für den Tag. Hat man keine Möglichkeit sich zu waschen, sollte man zumindest etwas Wasser über den Kopf träufeln.

-        Das Tagesgebet zu Eras kann jederzeit zwischen Frühstück und Abendessen gebetet werden. Man bittet den Gott der Wege um Orientierung und Weisung.

-        Das Abendgebet zu Incendius wird über ein warmes Abendmahl gesprochen. Ein Thrimorer sollte zu Abend immer etwas über dem Feuer Zubereitetes essen. Ist dies überhaupt nicht möglich, muss ein kalter Segen reichen. Im Abendgebet bittet man Incendius, die am Tag verbrauchte Kraft wieder zurückzubekommen.

-        Wenn man die Stube zum letzten Mal vor dem Schlafengehen betritt, bittet man im Nachtgebet Reya um Schutz für die Nacht. Wie üblich bei Anrufungen an Reya drückt man sich dabei etwas Erde auf die Stirn.

Jedes Gebet ist – wie die Religion selbst – nach dem Prinzip 4+1 aufgebaut. Man spricht vier Sätze, die vier Teilen des Körpers zugeordnet sind:

-        eine Demutsbezeugung (Knie)

-        eine Bezeugung der Liebe, der Leidenschaft oder des Respekts (Lenden)

-        einen Wunsch (Herz)

-        einen Lobpreis (Kopf)

Der Abschluss (der fünfte Teil) besteht wieder aus 4+1 Teilen: Erst berührt man der Reihe nach mit beiden Händen Knie, Lenden, Herz und Kopf, anschließend reckt man beide Arme in die Höhe und ruft „Erat!“ – „So sei es!“

Ein Gebet könnte etwa so klingen: „Ich werfe mich nieder vor dir, Lyva, denn ich liebe das Leben und deine Geschöpfe. Erwecke mich mit neuer Kraft für den Tag. Du bist das Wasser, die Liebe und das Leben. Erat!“

oder „Ich beuge mein Haupt, göttlicher Incendius, denn ich ehre die Kraft, die du mir verleihst. Segne dieses Abendmahl, aufdass es mich stärke für einen neuen Tag. Du bist das Feuer, die Kraft und der Wille, der mich treibt. Erat!“

 

Feste und Feiertage

 

Regelmäßige Feste

 

Flammenweihe

 

Einmal jährlich zur Sommersonnenwende wird ein Fest zu Ehren des Toten- und Kriegsgottes gefeiert. Üblicherweise segnet ein Priester an diesem Tag die Waffen aller rechtschaffenen Streiter. Zu Sonnenuntergang werden dann zwei Feuerwachen ernannt – gläubige Krieger, deren Aufgabe es ist, darauf zu achten, dass das Opferfeuer bis zum Morgen nicht erlischt.

Auf einem Scheiterhaufen wird eine häufig menschengroße Puppe – geflochten oder gewickelt von den Kindern des Dorfes – aufgebahrt oder -gestellt. Ein Priester bittet Incendius, dieses Opfer stellvertretend für all jene aufzunehmen, die nicht rechtmäßig bestattet werden konnten. Anschließend können die Gläubigen Opfer ins Feuer werfen – Kriegsbeute, persönliche Gegenstände oder dergleichen – und Holzstücke, die mit den Namen, Gesichtern oder persönlichen Dingen von Verstorbenen versehen sind, den Flammen darbieten, um für die Seele eines Angehörigen zu beten.

 

Erntedank

 

Im Herbst wird Reya für ihre reichen Gaben gedankt. Ein Junge und ein Mädchen, die Kränze aus geflochtenen Blumen in den Haaren tragen, pflanzen dabei gemeinsam einen Baum. Wenn und solange der Baum gedeiht, ist Reya dem Dorf gnädig. An diesem Tag findet ein häufig letztes großes Festmahl statt, bevor man die Gürtel für den aufkommenden Winter enger schnallt.

 

Neujahr

 

Am ersten Tag der Aussaat beginnt das neue Jahr in Thrimor. Es heißt, dass alles Glück und Unglück, das einem diesen Morgen aus fremder Hand oder der Hand der Götter widerfährt, das ganze Jahr überdauert. Wenn man etwa krank ist, so wird man das ganze Jahr über krank sein. Wenn man aber etwas von Wert findet, wird es ein Jahr des Wohlstands. Deswegen verstecken viele Thrimorer für ihre Liebsten Dinge von Wert, damit diese von ihnen gefunden werden – und umgekehrt suchen die meisten morgens gierig alles ab, in der Hoffnung, etwas Wertvolles zu finden. Thrimorer sind die letzten Tage des Jahres meist besonders freundlich – kaum ein böseres Omen, als am Neujahrsmorgen in einem Kuhfladen aufzuwachen! Gefeiert wird das Neujahr natürlich auch – aber erst am Abend des neuen Jahres, da die Aussicht auf 365 Tage Kopfweh für niemanden sehr ansprechend ist.

 

Mustertag

 

Am 21. Tag der Aussaat mustert Incendius seine Heerscharen mit Wohlgefallen. Man glaubt, dass er auch die Lebenden mustert, deswegen macht man an diesem Tag Freunden und Verwandten Geschenke, um Incendius zu gefallen.

 

Nunskögnar

 

Genau am Ende der ersten Woche der Frostnächte [OT-Information: Am 31.10.] feiern die Thrimorer einen uralten Brauch namens Nunskögnar. Die Grenze zwischen Lebenden und Toten verschwindet fast. Man verkleidet sich, entweder grässlich, um die Toten zu vertreiben, lustig, um ihnen den Schrecken zu nehmen, schön, um mit ihnen zu sprechen oder unauffällig, um ihnen zu entgehen. Die Art, Nunskögnar zu feiern, ist von Land zu Land unterschiedlich. Vor allem im Norden ist es ein äußerst wichtiger Feiertag.

 

Feste des Lebenszyklus

 

Tauche

 

Ein neugeborenes Kind wird alle vier Tage in ein Becken mit gesegnetem Wasser, einen Fluss, Teich oder, wenn es nicht anders geht, eine Schüssel Wasser getaucht. Das erste Mal, so der Glaube, wird der Körper von den Göttern angenommen, sodass er nach seinem Tod in die ewigen Gefilde eingehen kann. Beim zweiten Mal fährt die Seele in den Körper ein – bis dahin wird ein Neugeborenes als Ding betrachtet. Beim dritten Mal dringt der Geist in das Kleinkind ein und gibt ihm die Möglichkeit, zu denken zu lernen. Beim vierten und letzten Mal wird dem Kind ein Name gegeben, und fortan gilt es als vollwertiger Mensch und Mitglied der Gemeinschaft.

[OT-Anmerkung: Aus heutiger Sicht mag es grausam erscheinen, ein Kind bis zum 8. Tag nicht als Lebewesen anzusehen und bis zum 16. Tag nicht als Mitglied der Gemeinschaft, aber da in Thrimor trotz Heilmagie Säuglingssterblichkeit etwas ganz Gewöhnliches ist, ist das notwendig, um den Schmerz eines toten Säuglings besser zu verdauen.]

 

Verlobung

 

Die Verlobung ist ein großer Schritt im Lebens eines Thrimorers, denn es heißt, sich nur einem einzelnen Menschen voll und ganz zu verschreiben. Die Jugend ist für viele eine Zeit, in der sie Feste, Räusche und die eine oder andere Liebschaft genießen. Freilich liegt gerade auf unverheirateten Mädchen häufig das wachsame Auge ihrer Väter und Brüder, aber die weite Verbreitung des Liebchenkrauts – einer an Flussläufen vorkommenden Pflanze, deren Saft empfängnisverhütend wirkt – sowie der Möglichkeit, die Blase des im Niel’tus-See heimischen Fisches Condominium condominium auszukochen und sich überzustülpen (das fertige Produkt wird oft abgekürzt als Condom bezeichnet) erlaubt so manche Tändelei ohne gravierende Folgen. Ab dem Zeitpunkt der Verlobung allerdings müssen sich die beiden allerdings treu bleiben.

 

Ehe ein junges Paar diesen gewichtigen Schritt tun kann, muss der Mann allerdings um sein zukünftiges Weib werben. Im Zuge der Werbung versucht er dreimal, seiner Herzensdame ein Geschenk zu machen, in dem etwas Grünes vorkommt. Nimmt die Liebste das erste Geschenk an, so heißt das, dass sie seine Freundschaft akzeptiert – aber nicht mehr. Die Werbung ist zu Ende.

Lehnt sie dieses Geschenk allerdings ab, kann er ihr ein zweites antragen. Wählt sie dieses, so ist die Dame einer Liebelei nicht abgetan – einer Verlobung aber schon. Erst das dritte Geschenk, wenn es angenommen wird, zeigt ihr Einverständnis, sich den Werber zum Gemahl zu machen. Die Ungewissheit, wenn schon ein oder zwei Geschenke abgewiesen worden sind, kann für den einen oder anderen natürlich äußerst zermürbend sein.

In der Praxis ist es natürlich häufig so, dass zwei junge Liebende schon vorher von der Leidenschaft übermannt im Stroh verschwinden. Dennoch gehört es zum guten Ton, die ersten beiden Geschenke abzulehnen.

Nun muss sich der Werber aber nicht nur als gefällig, sondern auch als der Dame würdig erweisen. Im Zuge der Verlobungsfeierlichkeiten fordert er die Männer Thrimors, die sein künftiges Weib für sich begehren, auf, sie ihm im Duell abzuringen. Drei Männer dürfen, sollen und müssen gegen den Werber antreten – in jeweils einer Disziplin, die die Künftige wählt (eine letzte Möglichkeit, doch noch lenkend einzugreifen, sollte sie es sich anders überlegt haben. Die Wahl der Disziplinen kann sehr viel über das Verhältnis der beiden zueinander aussagen: Fordert sie ihn? Macht sie es ihm leicht? Wird er lächerlich gemacht? Die Grenzen sind hier sehr offen und reichen von Duellen auf Leben und Tod bis zu Sackhüpfen mit einem rohen Ei im Mund).

In aller Regel wird auf der Verlobungsfeier niemand sein, der ernsthaft versucht, seinem Freund die Angebetete abspenstig zu machen. In dem Fall ist es üblich, dass drei enge Freunde hervortreten und tunlichst dafür sorgen, dass sie gegen den Werber verlieren, um ihn als würdig zu erweisen.

Ist der künftige Gatte siegreich, gilt die Verlobung. Braut und Bräutigam schenken einander etwas Persönliches, das ihr Gegenüber immer am Körper tragen muss. Verliert er dieses Kleinod (oder wird es gestohlen!), so ist die Verlobung gelöst. Die Verlobung selbst soll so lange andauern, dass alle vier Götter Zeugen sein können, d.h. so, dass alle vier Jahreszeiten zumindest einen Tag lang angedauert haben. In dieser Zeit müssen die beiden gemeinsam eine Reise tun, bevor sie den Bund der Ehe tatsächlich schließen können.

 

Hochzeit

 

Die Hochzeit selbst ist von Paar zu Paar sehr unterschiedlich und hängt stark von ihrem Glauben ab. Rituale der Elemente und häufig auch des Shabbar-Kultes vermischen sich, da jedes Paar ihre Hochzeit persönlich gestaltet. Neben dem Priester ist häufig auch ein Beamter vor Ort, der alles Rechtliche festhält und fügt – in kleinen Dörfern macht das der Priester auch selbst.

Die meisten Paare holen sich den Segen aller vier Götter, indem sie:

-        seine linke Hand und ihre rechte Hand mit einem (häufig blauen) Tuch zusammenbinden (Eras)

-        gemeinsam barfuß über die Erde (Reya)

-        zu einem Feuerkreis gehen, durch den sie gemeinsam schreiten (Incendius, von hier auch das Sprichwort: gemeinsam durchs Feuer gehen – auch wenn das nicht exklusiv Paaren vorenthalten ist)

-        und schließlich in ein Becken oder einen Fluss steigen (Lyva).

Auch der Segen Shabbars wird häufig durch das Anzünden einer gesegneten Kerze oder gar den Segen eines Shabbar’Attas eingeholt. Weitere typische Elemente einer Hochzeit sind ein persönliches Lied, das die Freunde des Paares für die Eheleute erdichtet haben, die Übergabe von Geschenken an das Brautpaar und das gegenseitige Reichen von Brot und Met zwischen Braut und Bräutigam, was das ständige Geben und Nehmen im Bund der Ehe symbolisieren soll.

Etwas, das üblicherweise nicht das Brautpaar, sondern enge Freunde oder Familie organisieren, ist folgender Brauch, der ganz klar aus alten Zeiten kommt. Eine dem Brautpaar nahestehende Person verkleidet sich als Graf (häufig sind Masken, oder auch nur feine Kleider – er soll nur als „der Graf“ erkennbar sein) und treibt „Steuern“ unter den Gästen ein. Dies ist in der Regel ein Geldbetrag, der einen Teil der Kosten der Hochzeit decken soll. Sobald der Graf alles Geld gesammelt hat, empfängt er den Bräutigam, der ihn dann bittet, sein Weib ehelichen zu dürfen. „Der Graf“ überreicht ihm dann feierlich im Namen Thrimors die Mitgift seiner Landsleute (davon abgesehen gibt es in Thrimor schon seit Jahrhunderten keine Mitgift. Es ist auch heute üblich, dass das gesammelte Geld nicht dem Bräutigam alleine, sondern dem Brautpaar gemeinsam gehört – wie auch die Kosten der Heirat).

Der letzte Akt, der auf einer Hochzeit niemals fehlen darf, ist das „Brechen“ des Amuletts. Im Vorfeld der Eheschließung lässt sich ein Brautpaar üblicherweise ein Paar aus Amuletten fertigen, die zusammengefügt ein Ganzes ergeben. Der Priester, der die Ehe schließt, legt die beiden Amulette so zusammengelegt auf ein Pölsterchen oder Tuch. Nach der Eheschließungszeremonie „bricht“ er sie auseinander und hängt Braut und Bräutigam ihren Teil um. Dieses Amulett soll zeigen, dass die beiden, obwohl zwei verschiedene Menschen, jetzt eins sind.