Tharis

Steckbrief

 

 

 

Lage:nördliches Thrimor
Einwohner:19.983 (laut letzter Volkszählung)
Oberhaupt:Ratsherrin Lyssa Floare
Verwaltungsstadt: Tharheim
Städte:Tharheim
Geographie:Wälder und Wiesen im Süden, winterliches Hochgebirge im Norden
Wirtschaftsgüter:Silberwolffelle, Edelsteine, Salzkraut, Würzkraut, gebirgstaugliche

Lastenpferde, Heilquellenwasser, Fisch (Hecht, Lachs)

Besonderheiten:

Silberwölfe
die Eiswand (nördliche Begrenzung der Stadt Tharheim)
Gebirgskräuterkuren zur Heilung diverser Gebrechen und Leiden

milde Sommer, harte Winter

Sonstiges:-

 

Die Stadt Tharheim

Wenn man es erst einmal geschafft hat, durch die tiefen, unwirtlichen Täler und über die eisigen Gebirgspässe von Tharis weit nordwärts zu wandern, werden diese Mühen mit dem atemberaubenden Blick auf die Stadt Tharheim abgegolten.

Tharheim liegt im Immerfrosttal, welches durch steile Felsformationen begrenzt wird. Zentral im Immerfrosttal liegt der Tränenweiler. Der Tränenweiler ist ein kleiner See, welcher von kleinen Gebirgsbächen gespeist wird. Diese Gebirgsbäche werden von den Tharheimern als Tränen ihrer geschätzten Berge bezeichnet.

Vom Nordufer des Tränenweilers, das steile Gebirge der Eiswand hinauf, erstreckt sich die Stadt Tharheim. Die Gebäude bestehen zum Großteil aus weißem oder hellgrauem Stein, denn davon gibt es in der Gegend genug. An sonnigen Tagen scheint die gesamte Stadt weiß zu sein und das auch, wenn kein Schnee liegt. Darum wird Tharheim auch „die weiße Stadt“ genannt. Östlich und westlich wird Tharheim von Frostbuchenwäldern, einer speziellen Art von Buchen, die in diesen Höhen wachsen, flankiert. Diese Wälder sind den Tharheimern heilig. Sie dienen als Quelle der Ruhe und Spiritualität. Sie werden streng gegen Wildschlägerei geschützt, jedoch auch von der Stadtverwaltung benutzt. Jeder Baum, der das richtige Alter erreicht hat, wird geschlägert. Das so gewonnene Holz wird weiterverarbeitet und als Werkstoff bei Gebäudekonstruktionen, für wichtige Gebrauchsgegenstände, Waffen, Schilde, kleine Schiffe und anderem verwendet. Dieses Holz dient jedoch nicht als Brennholz. Jenes wird aus den südlicheren bewaldeten Tälern herangeschafft, oder überhaupt aus anderen Teilen Thrimors.

Im nordischen Dialekt Thrimors, bedeutet das Wort „Thar“ Berg. Tharheim ist also das Heim in den Bergen. In den Tharheimer Minen werden die verschiedensten Edelsteine abgebaut, welche in ganz Thrimor begehrt sind. Darüber hinaus wachsen viele Heilkräuter Thrimors ausschließlich in den luftigen Höhen der Gebirge um Tharheim.

Zentral in Tharheim erhebt sich der Tharturm, ein riesiger, sehr breiter Turm aus weißem Gestein. Die unteren drei Stockwerke des Gebäudes sind sehr geräumig und beinhalten neben diversen Ämtern auch noch Tavernen und Läden. Ab dem vierten Stockwerk ragt der Turm empor, der an seiner Rückseite von der Eiswand gestützt wird. Der Turm beherbergt alle höheren Ämter und Verwaltungsapparate, sowie in den höchsten Etagen die offiziellen und privaten Räume der amtierenden Ratsherrin.

Zu bestimmten Anlässen werden Banner von allen Fenstern des Tharturms gehängt. Dies ist dann im ganzen Tal sichtbar und sieht auch noch dazu sehr schön aus.

Die Tharheimer sind in Thrimor als prinzipiell geradlinige, jedoch auch etwas kalte Menschen bekannt. Von einem Tharheimer zu sich nach Hause eingeladen zu werden ist demnach eine große Ehre. Wenn man das Vertrauen eines Tharheimers einmal erlangt hat, ist dieser meist äußerst loyal und hilfsbereit.

Die andere Art mit einem Tharheimer tiefergehende Gespräche zu führen, ist ihn in einer der örtlichen Tavernen auf den hiesigen Kräutermet oder auch Kräuterschnaps einzuladen. Je mehr er davon trinkt, desto redseliger wird er zumeist.

 

Die Stadt Wolfenruh

Einer alten Legende nach lebten in diesem Teil des Landes damals elfenartige Wesen, die auf Wölfen ritten und diese als ihre lebenslangen Begleiter hielten. Es war ein friedliches Volk und es gab fast nie Probleme. Doch das Land wurde von Menschen überrollt und eingenommen. Die Elfenwesen versuchten sich zu verteidigen, aber auch ihre Wolfsfreunde konnten ihnen nicht helfen. Bis auf ein paar Ausnahmen wurden alle Elfen und Wölfe bei diesem Angriff getötet. Die Angreifer machten sich damals nicht die Mühe, die Leiber ihrer Feinde zu begraben und ließen die Toten liegen, um später wiederzukehren, wenn die Aasfresser ihr Werk verrichtet hatten. Bei den Menschen, die einige Zeit danach dieses Gebiet besiedelten, wird seitdem die Legende erzählt, dass die überlebenden Elfenwesen mit einer speziellen Magie allen Toten eine Art Bestattung zukommen ließen, in welcher die Leiber der toten Elfen sich auflösten und die ihrer treuen Wolfsbegleiter in die Erde versanken, in den Schoß der Mutter Natur, aus der sie entsprangen. So wurde dieses Gebiet ein riesiger Friedhof und man munkelt, dass noch heute oftmals des Nächtens Geheul zu hören ist und leise Stimmen durch den Wind zu den Häusern getragen werden, welche über das tragische Schicksal berichten. Aufgrund dieser Legende bekam dieses Gebiet den Namen. Es gibt einige Stimmen unter den Bewohnern, die den Namen ändern wollen, da sie ihn unpassend finden und sich nicht eingestehen wollen, dass ihr Geschlecht an einem derartigen Abschlachten wehrloser Geschöpfe beteiligt war. Doch bis heute blieb der Name erhalten, welche Magie hier auch immer wirken mag.

Obwohl Wolfenruh einige tausend Einwohner hat, wirkt es eher wie ein riesiges Dorf. Lose verbreitet über eine riesige Fläche stehen die Hütten von Fischern, Bauern und Holzfällern, die ihrem Gewerbe gerne nachgehen. Hier liegt der idyllische Tiledansee, welcher den Fischern ein reichhaltiges Angebot an kälteresistenten Fischarten anbietet. Diese Fische werden auch weithin über die Landesgrenzen exportiert. Die Erde ist fruchtbar und man ist stolz auf eine bestimmte Kartoffelart, welche eine enorme Größe erreicht und hervorragend schmeckt, die sogenannten Tüften.

Nicht nur Menschen wohnen hier, sondern auch Nachfahren der damals getöteten Elfenwesen. Sie sind jedoch Hybriden, eine Mischung zwischen Mensch und Elf. Ihrem Äußeren ist nicht mehr anzusehen, dass ein Teil elfenartig ist, bis auf den Umstand, dass sie nur 4 Finger besitzen, wie einst ihre Vorfahren. Die meisten dieser Hybriden haben sich, wahrscheinlich ihrem Erbe folgend, auf die Zucht von Wolfshunden spezialisiert. Diese sind sehr sozialisierte und folgsame Hunde, welche einem Wolf vom äußeren Erscheinungsbild sehr ähneln. Diese Zucht ist bis weit über die Landesgrenzen bekannt, sogar nach Neuandorien wurden schon Exemplare verkauft.

Die Häuser bzw. Hütten sind sehr einfach gehalten, erbaut aus Ziegeln, vorwiegend bedeckt mit Holz- und Strohdächern. Die Hütten gruppieren sich meist zu fünf oder sechs Stück, wobei die Nachbarschaft sehr gepflegt und genossen wird. Man kennt sich und bemüht sich, den anderen zu helfen.

Verteilt in diesen Häusergruppen gibt es eine Schule mit verschiedenen Altersstufen, einige Lebensmittelläden, welche auch importierte Ware aus dem Umland anbieten, und zwei Tavernen, welche ihr Bestes tun, sich gegenseitig die Kunden abzuschwatzen bzw. mit einem besseren Angebot an Spirituosen aufzutrumpfen. Jeder Bewohner weiß ob dieses Umstands und es ist mittlerweile zu einem lustigen Spiel unter den Männern und Frauen geworden, zu abgemachten Zeitpunkten die eine Taverne zu favorisieren und über die andere herrliche Lügengeschichten in die Welt zu setzen, die vor allem auf Reisende ihre Wirkung zeigt. Da es sich bei beiden Tavernenbesitzern um zwar stattliche, aber geistig etwas zurückgebliebene Männer handelt, die sich über fehlende Gäste höllisch aufregen, bringt es immer viel Spaß und Freude für die Beteiligten.

Ein weiterer Spaß ist das „Weiberschubsen“. Zweimal im Jahr, angepasst an die Läufigkeit der Wolfshündinnen, wird am Marktplatz eine Arena aufgebaut, in welcher sich mutige Paare zusammenfinden. In legerer Kleidung wird bei jedem Wetter dann das Weib geschubst. Dazu heben die meist gut gebauten Männer ihre Frauen auf, auf ihre Schultern, auf ihren Rücken, wie auch immer und „schubsen“ oder besser: werfen sie dann der jeweiligen Gegnerfrau entgegen. Die Frauen klatschen aneinander und ziehen sich je nach Kraft des Schubsers mehr oder weniger schmerzhafte Blessuren zu. Dies wird sooft wiederholt, bis nach und nach die Frauen nicht mehr fähig sind, geschmissen zu werden und gewonnen hat der Mann mit seiner Frau, der als Letztes übrig bleibt. Besonders spaßig ist dieses Spiel bei Regen und schlammigem Untergrund. Dieses Spektakel zieht jedes Mal den Großteil der Bewohner an und erfreut sich großer Beliebtheit. Übrigens: der Gewinner bekommt keineswegs eine neue Frau, obwohl die alte sicher fürchterlich aussieht, das ganze Spiel geschieht aus Jux und Tollerei und natürlich wegen des guten Rufs, den der Mann als starker Held dann genießt. Die Frau kann sich danach im hiesigen „Schönheitshäuschen“ wieder zusammenflicken lassen und wird ebenfalls als Heldin gefeiert.

Das Einzige, was den Frieden stört, ist eine Art Irrenhaus, welches im Nordwesten an den Grenzen des Landes liegt. Hierher werden fast alle als wirr abgestempelten Menschen von ganz Tharis gebracht, denn das Haus genießt einen guten Ruf. Die Vorgehensweise ist jedoch weitgehend geheim und konnte noch nicht wirklich eruiert werden, es gibt jedoch Gerüchte, warum manche Menschen nie mehr herauskommen und manche schon nach kurzer Zeit wieder voll genesen in ihre Heimat zurückkehren können. Geführt wird das Asyl von Mascat Sarpe, welchem nachgesagt wird, Experimente mit den Insassen durchzuführen. Nachdem jedoch auch viele Insassen das Haus wieder „geheilt“ verlassen, wurde noch nicht genauer nachgeforscht, was es mit diesen Experimenten auf sich haben könnte.

Im Osten des Landes erstreckt sich ein großer Wald, der sich bis in den Süden des Landes zieht, gleich einer Mähne des Wolfskopfes. Die Menschen aus Wolfenruh behaupten, dass hier die letzten Überlebenden des damaligen Kampfes Unterschlupf fanden und auch heute noch immer leben. Bis auf Geschwätz von alten Frauen oder von als wirr abgestempelten Männern konnte dies jedoch noch nicht nachgewiesen werden. Die Einwohner von Wolfenruh sind auch nicht sehr erpicht, in den Wald zu gehen. Sie schlägern die Bäume am Rande des Waldes und halten sich vom Inneren weitgehend fern. Nur durchreisende Fremde erzählen manchmal von ihren Erlebnissen, woraus dann die seltsamsten Geschichten entstehen. Seit einigen Jahren gibt es immer wieder Orkangriffe, die den Männern Wolfenruhs einen blutigen Zoll abverlangen, was die Lage nicht eben entspannt.

           

Flora

Der Süden von Tharis besteht aus Wäldern und Feldern. Vereinzelt findet man in Tharis Nothofaguswälder  in deren Ästen sich tagsüber Fledderkatzen zum Schlafen aufhängen. (ein mißglücktes Experiment aus dem Thariser Irrenhaus). Im Unterwuchs kommen hier einzelne immergrüne Lorbeerwaldarten vor. Je weiter nördlicher man kommt, desto karger wird die Vegetation. Zwar gibt es sogar noch im hohen Norden der Stadt Tharheim offene junge Buchenwälder, jedoch sieht es dort mit dem Unterholz schon sehr bescheiden aus. Diverse Kräuter sind das Einzige, was die Vegetation des Nordens herzugeben hat, so scheint es.

Salzkraut lässt sich in weiten Teilen von Tharis finden. Es ist ein grünes Kraut, welches maximal kniehoch wächst und aus dem man eine salzige Lösung herauskochen kann.

In Tharis sind die Winter gemeinhin am schlimmsten. Kein Winter vergeht, ohne dass die Stadt Tharheim nicht mindestens einmal vom Rest der Grafschaft abgeschnitten ist.

 

 

Fauna

In Tharis finden sich die besonderen Silberwölfe. Pelze und Knochen- bzw. Zahnschmuck von Silberwölfen sind ein absolutes Luxusgut und Statussymbol in Tharis. Etwas Besonderes ist auch der weiße Rabe, den es nur hier gibt.

 

 

Hauptexportgüter

Silberwolffelle

Die weißen Felle der in Tharis lebenden Silberwölfe sind selten und sehr begehrt in ganz Thrimor. Auch Schmuck aus den Knochen und Zähnen der Silberwölfe hat einen hohen Preis, da ihm verschiedenste Wirkweisen zugesprochen werden.

 

Salzkraut und andere Kräuter

Tharis ist der Landeslieferant an Salzkraut. Da Thrimor keine Salzminen besitzt, ist das Salzkraut die beste Alternative, um Speisen schmackhaft oder auch haltbar zu machen.

Jedoch nicht nur Salzkraut ist besonders in Tharis. Im Hochgebirge der Eiswand lassen sich auch noch viele andere Kräuter finden, die teils Heilwirkungen besitzen und im restlichen Thrimor schwer oder gar nicht auffindbar sind.

 

Gebirgstaugliche Lastentiere

Im Hochgebirge von Tharis sind gebirgstaugliche Lastentiere wie Pferde und Mulis gang und gäbe, da ohne sie gar kein Warentransport stattfinden würde. Eben diese Tiere werden auch in andere Teile Thrimors verkauft, wie zum Beispiel nach Lanyrien, wo die Tiere dann in den Minen Tharuls zur Arbeit gebraucht werden.